Playalongs und Videos mit Youtube langsamer abspielen

 

 

YouTube ist eine feine Sache und gerade zum Bass-Üben manchmal nicht mehr wegzudenken.

Manchmal gibt es jedoch das Problem, dass die Stücke einfach einen kleinen Tick zu schnell sind um gut mitzuspielen zu können. Die traditionelle Methode ist hier, dass stück mit dem Metronom in einer Geschwindigkeit zu spielen die gut machbar ist und dann das Tempo langsam zu erhöhen.

Es gibt aber auch bei YouTube die Möglichkeit Videos langsamer abzuspielen. Die Tonhöhe bleibt hier gleich.

Klicke zunächst auf das Zahnrad rechts unten.

 

Bass üben mit YouTube Schritt 1

 

 

 

 

 

 

 

Es öffnet sich ein Bedienfeld. Klicke hier auf Geschwindigkeit.

 

Bass üben mit YouTube Schritt 2

 

 

 

 

 

 

 

Hier kannst du einstellen ob das Video in der Standardgeschwindigkeit, schneller oder Langsamer abgespielt werden soll.

Bass üben mit YouTube Schritt 3

 

 

 

 

 

 

 

Wenn du die Geschwindigkeit auf 0.75 einstellst, kann das gerade beim lernen von Basslinien eine Möglichkeit sein mit dem Song zu spielen. Das Ganze klingt dann zwar manchmal ein wenig psychedelisch, aber das kann ja auch ganz lustig sein 😊

Interview mit Richard Bona

2006 traf ich Richard Bona am Rande des Enjoy Jazz Festival. Der Ausnahmebassist hatte bis dahin  gemeinsam mit Joe Zawinul, Mike Stern, Bobby Mc Ferrin, Herbie Hancock und Harry Belafonte gespielt, um nur Einige zu nennen. Darüber hinaus hatte der “Sting Afrikas“ mit „

 

 

Du hast schon sehr früh begonnen Musik zu machen.

Richard Bona: Ich bin in Kamerun geboren, meine Eltern waren Musiker. Ich wuchs mit viel Musik auf und begann Musik zu machen, als ich 3 Jahre alt war.

 

Ein sehr frühes Alter.

Richard Bona: Ich bin in einer schönen Landschaft geboren. Es gab dort nicht viele Attraktionen, kein Fernsehen und Videospiele. Man konnte nur Fußball spielen oder Musik machen und Musik hat mich am meisten interessiert, da meine Eltern Musik gemacht haben.

 

Mit welchem Instrument hast du begonnen?

 Richard Bona: Ich begann mit dem Balafon, das ist ähnlich dem Marimbafon.

Wann hast du angefangen Gitarre zu spielen?

Richard Bona: Als ich sieben war wechselte ich zur Gitarre. Ich habe einen Touristen mit einer akustischen Gitarre gesehen, der durch unser Dorf kam. Da habe ich mir meine erste Gitarre selbst gebaut.

 

Und wann bist du dann zu Bass gewechselt?

Richard Bona: Als ich 17 war. Ich war zu der Zeit bereits professioneller Gitarrist. Ein Franzose kam zu mir, der einen Jazzclub eröffnen wollte. Er wollte mich engagieren und hörte sich meine Band an. Wir spielten aber keinen Jazz sondern afrikanische Popmusik. Er sagte zu mir `Ich eröffne einen Jazzclub und dafür brauche ich eine Jazzzband`. Ich sagte zu ihm: ´Ich habe keine Ahnung was das für Musik ist, aber wenn Du mich engagierst, werde ich die Musik lernen.`

Ich ging zu ihm nach Hause, wo er eine große Jazzplattensammlung hatte. Er sagte zu mir: `Such dir eine aus, die Du hören willst.` Ich zog eine heraus und es war Jaco`s (Jaco Pastorius) Portrait of Tracy. Da waren 400 LP ´s und ich zog diese heraus.


 

Das war der Punkt, an dem du angefangen hast Bass zu spielen?

Richard Bona: Das war das erste Mal als ich Jaco hörte. Das war der Grund, warum ich angefangen habe Bass zu spielen.

 

Hast du den Job dann bekommen?

Richard Bona: Ja, den habe ich dann bekommen. Wir spielten nur Songs von Jaco.

 

Das ist natürlich eine super Schule.

 

Richard Bona: Ja! Wir spielten das jeden Abend.

 

Danach bist du nach Europa gekommen. Zunächst nach Düsseldorf, oder?

Richard Bona: Ja ich war kurz in Düsseldorf. Aber es war schwierig dort Connections zu bekommen.

Ich bin aus einem Land in dem französisch gesprochen wird. Deswegen bin ich dann nach Frankreich. Es gibt dort mehr Leute aus Kamerun. Dort blieb ich für 6 Jahre und ging dann nach New York.

 

Was war der Grund für dich nach New York zu ziehen?

Richard Bona: Ich bin ein Player. Die Leute denken viel in Europa. Das ist ein kultureller Unterschied. Sie wollen die Dinge richtig machen und denken eher darüber nach. Ich liebe es die Dinge einfach zu tun und zu spielen. Ich will nicht so viel über die Projekte nachdenken. Ich brenne darauf zu spielen. Das ist eben ein kultureller Unterschied.

 

Was war Dein erstes Engagement in New York?

Richard Bona: Mein erstes großes Engagement war bei Joe Zawinul. Zuvor hatte ich in ein paar Clubs gespielt.

 

Ich nehme an, dass es ist nicht leicht ist, als Musiker einen Fuß in New York auf den Boden zu bekommen.

Richard Bona: Ich weiß nicht. Es war nicht schwierig für mich. Aber ich kann nur für mich sprechen. Als ich nach New York ging, spielte ich zwei Wochen später mit Joe Zawinul, dann mit Randy Brecker, mit Larry Corell und war einen Monat nachdem ich in New York angekommen war Musical Director von Harry Belafonte. Ich hatte nie das Gefühl, dass es wirklich hart war.

 

Eins ergab das Andere.

Richard Bona: Ja, nach ein oder zwei Monaten musste ich Jobs ablehnen. Ich war kein Millionär, aber ich habe das gemacht was ich wollte. Alles andere kam dann nach und nach. Ich spielte dann mit Chaka Kahn, David Sanborn, Bobby Mac Ferrin, Herbie Hancock, Mike Stern und so weiter. All das hat sich ganz natürlich entwickelt. Ich glaube für mich war es einfach, weil New York zu mir passte. Alle Leute mit denen ich spielen wollte waren dort.

 

Wie kam es dann zu deiner ersten CD?

Richard Bona: Columbia (Records) kam zu mir und wollte mich unter Vertrag nehmen. Ich hatte einige Songs geschrieben, aber wollte keine Platte herausbringen, bevor ich ein gutes Angebot hatte. Ich war ein sehr beschäftigter Sideman. Ich wollte keine Solokarriere starten, bevor ich ein sehr gutes Angebot hatte.

 

Wie komponierst du?
Richard Bona: Ich spiele viele Instrumente und das Schreiben fällt mir leicht. Es stockt manchmal, wenn ich ein Instrument länger als zwei Stunden spiele. Dann muss ich wechseln. Ich kann kein Instrument länger spielen. Nicht einmal Bass. Der schwierigste Part sind immer die Texte.

 

Deine CD ´s klingen auch immer nach Afrika.

Richard Bona: Die Musik muss nach Dir klingen. Die meisten Leute hören mich als Sideman von Joe Zawinul, Mike Stern, Randy Brecker oder so und stempeln mich als Jazzmusiker ab. Ich habe aber einen großen Background an Musik, den ich nicht ausradieren kann. Er ist in mir und ich kann ihm nicht entkommen. Ich bin Richard Bona. Ich habe die Möglichkeit gehabt von vielen Musikern zu lernen. Ich bin nicht dazu gemacht dasselbe über viele Jahre hinweg zu machen. Ich brauche Abwechslung. Auch mit meiner eigenen Band. Ich toure eine Weile und dann mache ich etwas anderes.

 

Abwechslung ist für Dich das Wichtigste.

Richard Bona: Ich will immer verschiedene Sachen hören. Das ist auch bei meiner Musik so. Die Sachen sind live anders als auf der Platte. Dieselben Dinge langweilen mich schnell – das ist meine Natur.

 

Du bist in Afrika geboren, hast in Europa gelebt und bist jetzt in Amerika. Wo fühlst Du Dich zuhause?

Richard Bona: Mein zuhause ist die Welt. Ich fühle mich nicht wie ein Fremder hier, ich fühle mich hier zuhause. Ich habe als Musiker die Aufgabe hinauszugehen und dafür zu sorgen, dass die Leute sich gut fühlen. Schau dir Picasso an, er gehört auch nicht zu einem Land. Mozart auch nicht. Sie sind freie Geister. Sie berühren überall die Herzen der Menschen. Musik hat keine verschiedene Sprachen und kennt keine Grenzen. Musik ist immer spirituell. Ich war in Südkorea und habe mit Leuten gejammt. Ich kannte sie nicht und wir sprachen nicht die gleiche Sprache. Wir spielten zusammen, danach tranken wir gemeinsam ein Bier und tauschten Telefonnummern aus. Wir waren Freunde geworden. Das passiert nicht im realen Leben. Wenn ich ihm auf der Straße begegnet wäre, hätte ich ihn nicht gesehen. Aber mit Musik sind wir wie Brüder. Musik ist so stark und verbindet Menschen. Deswegen denke ich alle Menschen sollten Musik machen. Wenn wir Musik machen, führen wir keine Kriege. Mein Großvater erzähle mir: `Wenn du Musik machst, bist du ein anderer Mensch` Musik hat eine spirituelle Botschaft. Sie verbindet uns mit Gott – ohne Zweifel. Sie verbindet Dich mit einer höheren Kraft. Manchmal hörst Du einen Song und verstehst den Text nicht. Ich mache mir dann meine eigene Geschichte, die anders als der Text ist. Das führt mich irgendwo hin. Es erinnert mich zum Beispiel an Irgendjemanden. Mein Leben ist direkt mit Musik verbunden.

 

Du unterrichtest auch in New York.

Richard Bona: Ich unterrichte an der New York University.

 

Was sagst du deinen Studenten was das Wichtigste ist, um ein guter Bassist zu werden?

Richard Bona: Das Wichtigste ist die Leidenschaft für das was sie tun wollen. Auch wenn es keine Musik ist. Sei sicher, dass du liebst was du machst. Das ist der einzige Weg wie du besser wirst.

Wenn Du ein Kind unterrichtest das es liebt zu kochen, lass es Koch werden. Du wirst das Kind nicht dazu bringen Bundeskanzler von Deutschland zu werden. Falls Du es doch schaffst, wird es den Job nicht gut machen. Leidenschaft ist alles.

 

Ich denke, die meisten Studenten die zu dir kommen wollen Musiker werden.

Richard Bona: Ja, aber manchmal ist es keine richtige Leidenschaft. Ich sage ihnen: `Wenn Du Musik machst um gut auszusehen oder so, dann solltest Du nicht in meiner Klasse sein. Ich weiß, das hört sich hart an. Ich will mit Leute arbeiten, die wirklich Leidenschaft für die Musik haben. Wir spielen dann eine Menge.

 

Unabhängig von Stilistiken, nehme ich an.

Richard Bona: Ich lehre sie Alles, was ich weiß. Sie sollten auch ALLES was sie mögen zu spielen lernen: Bass, Gitarre, Klavier. Auch wenn es nicht ihre Instrumente sind, sollen sie es übertragen. Sie sollen alles spielen, und nicht faul sein. So werden sie gut. Ein Student meinte einmal zu mir. `Das ist zu hart jeden Tag zu spielen.` Ich sagte daraufhin: `Ja, du isst jeden Tag, dann kannst du auch jeden Tag spielen.` Es ist auch wichtig, die verschiedensten Stile auszuprobieren. Wie im Leben auch. Durch die Verschiedenartigkeit lernst du mehr. Wenn alle deine Freunde im gleichen Land wie du geboren sind, lernst du nicht so viel. Sie sprechen alle die gleiche Sprache, essen alle das gleiche Essen und so weiter. Wenn du zum Beispiel Leute aus Indien kennen lernst, werden sie dir zeigen, wie sie essen, wie sie sprechen und vieles mehr. Du wirst begeistert sein über dies Vielfalt der Kulturen. Das ist ein Grund, warum Leute Extremisten und Rassisten werden. Sie sind in ihrem kleinen Kreis gefangen. Sie vergessen, dass sie von den Unterschieden so viel lernen können. Wenn Du etwas Fremdes in deinem Leben siehst, dann setze Dich damit auseinander. Du wirst überrascht sein, wie viel du davon lernen kannst. Das funktioniert mit Musik genauso. Manchmal sagen Leute: `Ich mag diese Musik nicht`, aber sie kennen sie überhaupt nicht. Jede Musik ist hat etwas Wunderbares. Du musst es nur finden. Das macht Deine Sprache

 

Das klingt nach einem interessanten Leben mit viel Abwechslung.

Richard Bona: Das ist es, definitiv. Es könnte nicht besser sein. Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch auf dem Planeten. Ich mache das, was ich am meisten mag: Ich reise und treffe Leute und lerne verschiedene Kulturen kennen. Ich lerne viel über die Welt.

 

Vielen Dank für das Interview.

 

Richard Bona´s Website http://www.richard-bona.com/

Interview mit Ron Carter

Ron Carter darf man wohl mit über 2500 (!!) Aufnahmen ohne Übertreibung zu den wichtigsten Bassisten des 20. Jahrhunderts zählen. 1937 in Ferndale geboren, spielte er zunächst Cello und wechselte dann zum Kontrabass. Von 1963-1968 war er mit Herbie Hancock und Tony Williams Teil der legendären Miles Davis Rhythmusgruppe. Die Bandbreite der Musiker, mit denen er zusammenarbeitete reicht von unzähligen Jazzmusikern über das Kronos Quartett bis zu Musikern wie Aretha Franklin, BB. King und James Brown. Im Verlauf seiner Europatournee im Jahr 2005 traf ich Ron Carter am Morgen nach seinem Konzert in Mannheim.

 

Hallo Ron, super Konzert gestern Abend!

Vielen Dank.

Was ich dich vorab fragen will: Gibt es eine Methode, mit deren Hilfe du dich vor einem Auftritt selbst fokussierst?

In meinem Kopf gibt es eine Geschichte, die ich mir am Abend vor dem Konzert selbst erzähle. Ich mache mir einen Plan, wie die Musik mir helfen kann, diese Geschichte zu erzählen. Ich hoffe immer, dass die Geschichten der Band, also die Geschichte vom Stephen Scott (p),.die Geschichte vom Payton Crossley am Schlagzeug und die Geschichte vom Steven Kroon (perc) die sie an diesem Tag erzählen, alle zusammen in mein Buch passen. Das was du hörst in unser Buch für den Tag.

Du begannst deine musikalische Laufbahn mit dem Cello und hast klassische Musik an der Manhattan School of Music studiert.

Es waren zu wenige Bassisten im Orchester und ich wollte dort spielen. Deshalb wechselte ich zum Kontrabass.

Was waren deine größten Einflüsse als Bassist?

Wahrscheinlich Cecil Payne, der Baritonsaxophonist bei Randy Weston. Ich denke, er hat mich beeinflusst, da er seinen eigenen Sound hatte. J.J. Johnson hat mich auch beeinflusst………..

Ich denke, das waren meine beiden größten Einflüsse.

Du hast auch eine Platte für Oscar Pettiford gemacht.

Ja, ich habe eine Platte mit Songs von ihm gemacht. „Stardust“ mit Benny Golson. Er war nicht wirklich ein Einfluss, ich kannte ihn. Ich wusste, was er machte Deshalb war er kein Einfluss im eigentlichen Sinne. Seine Kompositionen sind phantastisch. Er beeinflusste nicht mein Spiel, aber er war ein sehr wichtiger Bassist in meinem Leben.

Du bist einer der einflussreichsten Bassisten

Well, wenn du das sagst. (lacht)

Wie findest du dich in verschiedene Rhythmusgruppen ein und klingst immer nach dir selbst?

Oh Mann, das ist eine schwierige Frage. Ich vertraue meinem Gefühl wo die Time ist, wo der Puls ist. Ich spielte mit sehr vielen wundervollen Schlagzeugern, die auch meinem Gefühl von der Time vertraut haben. Wenn ich sage, dass der Beat genau hier ist und sie verlassen sich darauf, dass er dort ist wo er hingehört. Es ist einfach zu spielen wenn Menschen diese Art des Vertrauens haben, obwohl es eine große Verantwortung ist. Sie vertrauen darauf, dass dieser Schlag der Erste in der Form ist, der erste „A – Teil“ oder dass mit diesem Schlag die Bridge beginnt. Das mit diesem Schlag der letzte „A – Teil“ beginnt oder mit diesem der „Vamp“. Wenn du Musiker hast, die dir vertrauen und mit dir gehen, ist allen klar, wo man in der Form ist und Jeder richtet den Fokus auf das musikalische Material. Arthur Taylor nannte mich „Checkpoint Charlie“. Das ist der Platz, zu dem Jeder hingeht, um zu schauen wo man sich befindet.

Worauf achtest du am meisten, wenn du mit Schlagzeugern zusammen spielst ?

Ich achte auf verschiedene Dinge. Eines davon ist wie das Schlagzeug gestimmt ist. Auf die Stimmung der Bassdrum und der Standtom. Ich spiele gerne mit Schlagzeugern, die einen höhenreichen Sound auf der Snaredrum haben, wie bei einer Picolosnare. Ich mag den Sound, weil er den Tonumfang des Basses größer erscheinen lässt,. da der Frequenzbereich nicht vom Schlagzeug ausgefüllt wird. Ich höre auf die Stimmung der Bassdrum. Wenn sie nicht auf den richtigen Ton gestimmt ist, löscht sie alle Noten vom Ton D bis zum tiefen C aus. Ich höre auf das Ridebecken, wie der Schlagzeuger den Puls spielt. Ich höre auf die Hihat, um zu begreifen wo er den Puls sieht. Ich achte auf all diese Dinge.

Du hast auch viele Platten ohne Schlagzeug aufgenommen, wie zum Beispiel „Alone together“ oder „Telepathy“ mit Jim Hall (git)

Es ist ein anderer  Sound. Du hast keine weitere Person, wie in diesem Fall einen Schlagzeuger. Du bist nicht mit einer dritten Ansicht beschäftigt. Du bist nur mit deiner und seiner Ansicht beschäftigt. Es ist eine andere Art zu spielen, wenn du deinen Fokus nur auf 2 Personen richtest

Ich finde den Name „Telepathy“ super gewählt für die Platte. Es gibt eine Menge Interaktion mit Jim Hall

Ja, er ist ein wundervoller Musiker. Wenn du mit Leuten oft genug zusammen spielst und aufpasst, wie sie gewisse Phrasen und Akkorde verwenden, weißt du irgendwann welche Möglichkeiten nach gewissen Phrasen kommen können. Der Trick ist die richtige Lösung zu erraten, die er dir präsentiert. Manchmal bin ich ziemlich schnell.

Habt ihr viel für die Aufnahme arrangiert?

Er hat die Arrangements zuhause ausgearbeitet und ich hörte sie das erste Mal beim Konzert. Das war interessant. Es ist mein Job ihn so klingen zu lassen als wäre es abgesprochen.

Mit deiner aktuellen Band hast du die  Platte „ WhenSkyes are grey“ aufgenommen.

Ja, die Latinszene mag diese Platte wirklich. Jazz und Latin Rhythmen mit einem Jazzrepertoire.

Wir haben nicht versucht eine Latinplatte zu machen. Wir haben  nicht das Instrumentarium um eine Latinjazzplatte zu machen. Da sind keine Congaspieler, keine Claven, keine Timbales. Wir wollten nur Jazzsongs mit Latinrhythmen spielen. Die Latinjazzszene hat dies verstanden. Ihre Rhythmen in einer Jazzumgebung. Wir machten diese Platte in 4 oder 5 Stunden.

„Mi Tiamo“ ist ein super Song ohne Klavier.

Wenn du den Song live spielst ist es ein schöner Soundwechsel vom Quartett. Und es gibt Steve (Kroon, Perc) die Chance, Instrumente zu spielen, die er sonst nicht spielt. Wenn nur Bass und Percussion da sind, hört man alles was er spielt. Für mich ist es ein schönes Kissen, um Rhythmen darunter zu spielen.

Du unterrichtest auch.

Ich war bis vor 2 Jahren am Conservatorium.. Aber ich bin nicht mehr am Konservatorium. Ich unterrichte Privatschüler

Sagst du deinen Schüler sie sollen mit dem Metronom üben?

NEIN! Nur wenn wir klassische Übungen wie Tonleitern oder Arpeggios machen. Um herauszufinden, wo der Beat ist. Aber ich sage ihnen nie sie sollen Basslines oder Solos damit üben .Ich denke das ist nicht produktiv.

Mache Leute finden es wichtig Andere nicht.

Ich denke entweder spielst du auf dem Beat oder nicht. Ich glaube die meisten Menschen hören den Puls richtig.

Sie versuchen die Akkorde zu spielen, gut zu intonieren, die richtigen Noten und gute Linien zu spielen. Alle Faktoren spielen hier eine Rolle. Ich glaube jeder hört wo der Beat wirklich ist. Ihre Unsicherheit auf einem dieser Gebiete verschlechtert das Timing. Das Metronom hilft hier nicht. Ich habe das Metronom nur benutzt um zum Beispiel die Bach Cellosuiten zu üben, um mich zum nächsten Takt zu treiben. Oder um schwierige technische Übungen oder komplizierte Qrchesterliteratur zu üben. Ich habe aber nie das Metronom benutzt um Jazz zu üben.

Du hast auch ein Lehrbuch über Basslinen geschrieben Wie kamst du dazu?

Anfang der 60er nahm ich die Platte „Soundpieces“ auf. Es war ein Quartett mit Grady Tate (dr), Steve Kuhn (p), Oliver Nelson (sax) und mir. Nach der Aufnahme nahm er mich zu sich und meinte: „Schreib doch ein Buch darüber wie Basslinien funktionieren. Deine Linien sind so perfekt.“

Was rätst du jungen Bassisten um ihren eigenen Sound und ihre eigene Sprache zu finden?

Das erste was er tun muss, ist sich einen Lehrer zu suchen. Die meisten Bassisten nehmen keinen Unterricht. Wenn überhaupt dann sehr spät. Sie lernen nichts über Harmonielehre. Sie sollten auch etwas Klavier spielen können. Meistens nimmt sie der Bandleader auch nicht zu sich und sagt ihnen: „Du musst dies und das lernen“. So entwickelt sich der Bassist nicht so wie die Band sich entwickelt. Die Band klingt dann nicht besser. Es ist egal wie kompliziert die Arrangements oder die Solos sind. Die Band an sich klingt nicht besser. Ein Weg das anzugleichen ist es Unterricht zu nehmen. So lernt er wie der Bass funktioniert. Er lernt Techniken, die eine breitere Basis haben als das was er immer spielt. Er wird verstehen wie der Bass klingt und wie man ihn zum Klingen bringt. Es sind drei Dinge: Nimm Unterricht. Lerne Klavierspielen, um zu verstehen was deine Bassnote mit dem darüberliegenden Akkord macht. Viele haben davon keine Ahnung und das ist schade, weil gerade das Spaß macht. Eine der interessanten Sachen am Basspiel ist, wie man den Akkord über deiner Bassnote verschieden klingen lassen kann. Die Schüler brauchen harmonische Erfahrung.

Du spielst oft nicht den Grundton des Akkordes

Oh, das mache ich schon, aber ich mache es nicht, wenn die Leute es von mir erwarten. Das ist der Spaß, dass du die Leute dazu bringen kannst anders zu denken. Der Bassist kann ihre Gedanken in eine andere Richtung bringen. Er muss verstehen, dass er eine harmonische Kraft hat Wenn er keine Harmoniekentnisse hat, hat er auch nicht die Kraft. Er hat nicht die Fähigkeiten Jemand dazuzubringen das er etwas anderes spielt. Sie werden so spielen als wärst du nicht da.

Vielen Dank für das Interview.

Für alle die mehr über Ron Carter erfahren wollen gibt es hier einen Link zu seiner Biografie

 

 
 

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Deine Fragen im Interview?

Gleich 2 Bassisten haben neue Alben im Herbst herausgebracht und Ich habe die Ehre diese für das Bassquarterly Magazin zu Interviewen. Du hast dich Chance mit dabei zu sein. Was würdest du Fragen? Schicke mir deine Fragen an hallo@thomasbugert.de. Wenn ich es einrichten kann baue ich deine Fragen mit ein.

Das erste Interview ist mit Dieter Ilg.
Nach seiner erfolgreichen CD „Mein Beethoven“
Gibt es jetzt das Nachfolge-Album B-A-C-H.
Mit den „Standards“ von Johann Sebastian Bach.
Viele Jazzmusiker haben Bach Interpretiert. Meiner Meinung ist es wenigen so gut gelungen wie Dieter Ilg mir seinem Trio

Das zweite Interview ist mit Omar Rodriguez Calvo vom Tingvall Trio.
Ich hier gibt es mit Cirklar ein sehr hörenswertes Album.
Durch die Kontraste von Powerplay und Lyrik die zu einer Einheit verschmelzen, ist es ein hörenswertes Album mit dem Potential in Dauerschleife gehört zu werden.

Viel Spaß beim reinhören und ich freue mich auf Interessante Fragen 🙂
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Neues im Herbst

Der Sommer ist vorbei. Für mich war er leider wieder einmal viel zu kurz.

Trotzdem habe ich Ihn für verschiedene Dinge genutzt.

Zunächst einmal Wohne ich jetzt in Marburg. Das bedeutet, dass es neben den Unterrichtsangeboten zum E-Bass und Kontrabass lernen auch
Mannheim und Walldorf , jetzt auch die Möglichkeit für Unterricht und Coaching in Marburg gibt. Da ich jetzt in drei Städten als Basslehrer tätig bin.  🙂
Darüber hinaus gibt es auch weiterhin die Möglichkeit via Skype für Online-Bassunterricht.

Das Bossa Nova Bassbuch nimmt Formen an. Der erste Teil ist fertig. Hier geht es um die geschichtliche Entwicklung. Anhand von einigen wichtigen Aufnahmen gibt es Hintergrundinformationen zu den Basslinien, den Stücken und der Musik im Allgemeinen. Der Zweite Teil ist gerade in Arbeit. Hier geht es dann um das Erarbeiten von eigenen Basslinien Im Bossa Nova Stil.

 

Ich bin gerade in der groben Planung für einen Workshop mit Adam Ben Ezra. Der ein oder andere kennt ihn eventuell über YouTube.

https://www.youtube.com/user/adambenezra

Hier würde ich mich über Feedback sehr freuen.

Hast du Interesse an so einem Workshop?

Wie viele Teilnehmer fändest du maximal sinnvoll?

Welche Länge und welchen Preis fändest du gut?

 

 

Zum Schluss will ich noch auf eine Premiere hinweisen:

 

Am Freitag, den 20.10.2017 ist es soweit, im Theater am Puls (Schwetzingen) findet die Premiere des ersten abendfüllenden Animationsfilms „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ in der Inszenierung mit Livemusik durch das Gramm Art Project statt.

Ich würde mich sehr freuen, möglichst viele von euch an diesem Abend begrüßen zu dürfen 🙂 !!

http://grammartproject.com

http://www.theater-am-puls.de/site/stueck_DieAbneteuerdesPrinzenAchmet_135_6.html

 

Das Filmkunstwerk „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ von Lotte Reiniger feierte 1926 in Berlin Premiere und geht damit als erster abendfüllender Animationsfilm in die Geschichte ein.
„Wenn man bedenkt, dass jede der agierenden Figuren in allen ihren Gelenken beweglich sein muss … so kann man sich ungefähr eine Vorstellung da­von machen, welch ein Wunderwerk hier geleistet ist. Aber auf das Technische allein kommt es ja nicht an, die Hauptsache ist, dass der Geist des Märchens hier in der filmischen Bilderfolge aufs Glücklichste neu geboren ist und dass die Welt orientalischer Wunder, fabelhafter Vorgänge und den Mitteln einer an türkischen und japanischen Vorbildern geschulten Silhouettenkunst neu geschaffen ist.“ (Vorwärts vom 9.5.1926)

Der auf Geschichten von „Tausendundeine Nacht“ basierende Stummfilm wird musikalisch live durch das Gramm Art Project mit Julian Gramm (Gitarre) und Thomas Bugert (Kontrabass) untermalt und jazzig, modern in Szene gesetzt.

 

 

 

 

 

Lagenwechsel und Intonation üben Teil 1

Lagenwechsel und Intonation sind auf dem Kontrabass und dem Fretless Bass immer ein heikles Thema. Hier gibt es aber auch gezielte Übungen um die nötige Sicherheit zu erlangen.

Als Auftakt zu einer kleinen Workshopreihe gibt es jetzt zwei Videos die dir beim Bass üben helfen sollen.Im ersten Teil stelle ich dir ein einfaches Konzept vor um Lagenwechsel auf dem Kontrabass uns E-Bass zu üben. Auch wenn es in erster Linie für Kontrabass ist, kann man das Prinzip auch verwenden um die Lagensicherheit beim E-Bass spielen zu verbessern.


 

Damit das nicht zu trocken und theoretisch ist, gibt es auch noch ein zweites Video mit dem du das ganze üben kannst und gleichzeitig eine Intonationskontrolle hast. Mit diesem Playalong kannst du bequem zu Hause deine Intonation Verbessern.

Spiele zunächst ganze Noten wie im Notenbeispiel. Wenn das sicher klappt, kannst du die rhythmischen Akzente der Bassdrum mitspielen.
Viel Spaß beim Kontrabass lernen, üben und spielen. 🙂

 

 

Gerade um Tonleitern und Akkorde gezielt zu üben, gibt es auch eine App.

 

 

 

 

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Das Wichtigste für einen guten Kontrabasssound

Die Suche nach „dem perfekten Bassound“ beschäftigt viele Bassisten ihr Leben lang.

Vergleichstests von Saiten, Kontrabass-Tonabnehmern und Bassverstärkern gibt es viele.
Liest man aber Interviews von Musikern, so stellt sich die Frage, wie weit der Sound mit dem Equipment zu tun hat.
Als Ich für meine Diplomarbeit über Dave Holland recherchierte bin, habe ich folgende Aussage von Dave Holland in einem Interview gefunden.

„Ich ging 1967 in ein Konzert, bei dem Archie Shepp und Miles Davis jeweils mit ihren Bands auftraten. Ron Carter spielte bei Davis, Jimmy Garrison bei Shepp. Ich verfolgte das Konzert Backstage. Nach dem Konzert erfuhr ich, dass beide Bassisten das gleiche Instrument benutzt hatten, da eines verloren gegangen war. Während des Konzertes klangen beide genauso, wie man es von ihnen erwarten würde. Bei diesem Konzert lernte ich, dass es wirklich nichts mit dem verwendeten Bass zu tun hat. Natürlich können eine bestimmte Qualität von Bass und Saiten mir helfen, einen bestimmten Sound zu erzeugen. Wenn aber ein Musiker einen eigenen Sound hat, wird er ihn auch hervorbringen.“ (Jazz Podium 45/4 Apr. 1996 S. 14-16)

Vielleicht ist der Bassist bzw. die Bassistin ja wichtiger für den Sound?
Vielleicht ist es sinnvoller Bass zu üben als sich neues Equipment zu kaufen?

Um Dieser Frage nachzugehen habe ich 3 Bassisten gebeten 3 kleine Tracks  für mich aufzunehmen.
Alle Bassisten spielten auf dem gleichen Bass
Alle Bassisten wurden mit genau dem gleichen Setup aufgenommen.
Der einzige Unterschied ist der Spieler.
Jetzt ist es an dir, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Hier ist das Ergebnis des Versuches.

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Was du von Scott LaFaro lernen kannst

Scott LaFaro gilt als einer der erneuerer des Kontrabasspiels.

Er war ein Virtuose auf dem Kontrabass und beschrieb neue Wege.

Was war aber das neue in seinem Spiel?

Warum ist er heute noch wichtig?

Und…

Was bringt mir das für mein Bassspiel?

 

Antworten auf ein Paar dieser Fragen findest du in meinem YouTube Tutorial.

[embedyt] https://www.youtube.com/watch?v=DjixCbdltYA[/embedyt]

Weiter praktische Tipps gibt es in meinem E-Book: LaFaro Workshop. (7 Seiten )

Für sagenhafte 2€ 😊




 

 

 

 

 

 

Oder hole die das Komplettpaket

E-Book LaFaro WS (7 Seiten) + E Book LaFaros Jazzbass Neuerungen (23 Seiten)

Für 5 €

 





 
Übrigens….
Der LaFaro ist ein Kapitel des Buchs „The Bassmasters“

Das gibt es als Printverson bei Amazon.

Mehr Infos hier

 

 

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